Einführung
Jürgen Giersch war von 1960 bis 1966 Student bei Klaus Arnold, einem Heckel- Schüler, an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Entsprechend zielten die Anregungen auf eine dem sinnlichen Eindruck verpflichtete aber nicht diesen kopierende Darstellung. Es ging darum, ein Bild im Abstand zur Natur (oder „parallel zur Natur“) hervorzubringen, das sich demzufolge deutlich von einem Bild unterschied, das die Kamera geben würde. Auch die Werke anderer Künstler der Klassischen Moderne galten als Vorbilder.

1962 Akt am Sofa sitzend, 100×90 cm, Acryl auf Packpapier

Die als Modell sitzende junge Frau trug schwarze hochhackige Schuhe. Die sonst vom Bikini bedeckten Streifen sind heller und wirken wie eine Bekleidung.

1962 Mädchen am Kinderbett, 42×90, Acryl auf Ingrespapier
Ein Mädchen neigt sich über einen Babykorb im Zimmer einer alten Dame. Dort steht ein Spiegel, ein alter Schreibtisch mit geschwungenen Beinen vor einer großgemusterten Tapete.
In den ersten Semestern wurde auf Papier, Packpapier, Karton und Pappe gemalt mit guten Pigmenten und einem Acrylbinder. Die Ausführung war spontan, mit deutlich unterscheidbaren Pinselzügen und Flecken, es gab keine Vorzeichnung.
Nach dem Verlassen der Akademie in einer veränderten Umgebung ohne die ermutigende Atmosphäre der Akademie änderte sich die Malweise, sie wurde zögernd, suchend, experimentierend.

Zwischen Blau und Braunorange entstehen viele Zwischentöne, die Farben der Kleider und der Gesichter fügen sich dem Klang ein.

1965 Schrebergarten, 120×120 Acryl auf Leinwand
In die grau getönte Fläche wurden zeichenartig Formen von Schuppen, Dach und blühendem Baum gesetzt.

Auf eine abgewaschene Leinwand wurde unter Verwendung von Sand die Komposition mit den Lilien gesetzt.
Einige Jahre später entstanden Bilder mit deutlich gegenständlichem Bezug. Deren Inhalte stammten aus der Erinnerung an Räume, Scenen oder Landschaften.

Dies ist das Treppenhaus in einem ehemaligen Kloster, in dem Flüchtlingsfamilien lebten. Möbel und Raum werden durch Licht und Schatten als dreidimensionale Gebilde dargestellt.

Auch in diesem Bild wird die Illusion der Dreidimensinalität duch Angabe von Licht und Schatten erzeugt.

Wasserhähne, Waschbecken und Wanne nehmen willkürliche Größe an.
Über Jahrzehnte hin wird diese Darstellungsweise mit der Illusion von Dreidimensionalität beibehalten. Die Zentralperspektive wird ungefähr beachtet, aber die Lage der Fluchtpunkte wird verändert, Flächen verselbständigen sich, das Größenverhältnis von Gegenständen untereinander und zu Personen wechselt, Proportionen des menschlichen Körpers werden abgewandelt.

1998 Badende mit weißem Tuch, 120×84, Öl auf Leinwand


Die Poroportionen in den dargestellten Körpern weichen ab von den normalen.
Die Inhalte sind verschieden – Baderäume, Bahnhöfe, Treppenhäuser, Dachböden, statuenhaft stehende Frauen, Landschaft und Meer, Hafenanlagen und Schiffe. Alle Inhalte stammen aus dem Gedächtnis oder der Vorstellung und wurden gemalt ohne Verwendung von Fotos.
Die folgenden Abschnitte enthalten Bilder zu den Themen Meer, Nacht, Schnee, Eisenbahn, Frauen, Leben im Jahr 1945 und dreidimensionale Objekte,
Meer

Die Fähren zu den Nordsee-Inseln transportieren auch Autos und haben eine Außentreppe zum oberen Deck.

Das abströmende Wasser aus der oberen Stufe strömt in Strudeln unterhalb der Schleuse aus. Es wird in Röhren unter der Wasseroberfläche dorthin geleitet.

In Hamburg liegen manche Strecken der S-Bahn über Wasserflächen.

An der Nordsee gibt es bei Sturm hohe, sich überschlagenden Wellen.


Auch dieses Bild faßt Beobachtungen zusammen, für die eine Kamera mehrere Aufnahmen brauchen würde.




2005-2015 Rosen für Griechenland, 90×92, Öl auf Leinwand



2009 Auf dem Schiffsdeck, 61×88, Öl auf Leinwand mit Kabine aus Karton

2016 Badende im Watt, 75×120, Öl auf Leinwand
Nacht

2021 Autotunnel-Einfahrt nachts, 90×63, Öl auf Leinwand

1973 Die Somnambule, 73×48, Öl auf Leinwand








2004 Konzerthaus und Wendeltreppe, 100×138, Öl auf Leinwand



2017 Nietzsche umarmt das Pferd, 78×55, Öl auf Leinwand





2021 Kreuzung im Frühlicht, 85×55, Öl auf Leinwand

2021, Leerstehende Häuser, 37×40, Öl auf Karton

2021 Rhein bei Breisach, 90×100, Öl auf Leinwand
Schnee




2014 Weisser Tod 140×100, Öl auf Leinwand
Das Bild erinnert an den Tod von 5 Jungen, die 1936 im April bei einer Bergtour am Schauinsland erfroren sind. Sie waren die Jüngsten einer englischen Schülergruppe, die sich in einem unvorhergesehenen Schneesturm verirrten. Das „Endgländerdenkmal “ am Schauinsland erinnert an das Unglück.

2004 „…in Frankfurt auf der Brücke da liegt ein tiefer Schnee“, 63×90, Öl -Leinwand




2008 Station der Seilbahn, 70×92, Öl auf Leinwand


2921 Schnee beim alten Lokschuppen, 151×100, Öl auf Zeichenkarton auf Leinwand

2022 Verschneiter Waldweg, 175×90, Öl auf Leinwand

2021 Schneepflug in der Oberstadt, 51×34, Öl auf Leinwand


2003 Schnee über der Kleinstadt, 63×90, Öl auf Leinwand
Eisenbahn

1983 Alte Lokomotiven, 48×77, Öl auf Leinwand


1979 Einfahrt zum Bahnhof in Bozen, 63×90, Öl auf Leinwand

1983 Bahnhof in Euskirchen, 63×90, Öl auf Leinwand




1996-2020 Hochbahn über dem Wasser, 63×90, Öl auf Leinwand

1988 Autozug nach Sylt, 150×100, Öl auf Leinwand


2018 Gleise am Hauptbahnhof Köln, 63×90, Öl auf Leinwand


2021 Fluß und Bahnbrücke, 90×100, Öl auf Leinwand


2022 Bahnstrecke im Gegenlicht, 90×63, Öl auf Leinwand





2023 Stillgelegte Bahnstrecke , 63×90, Öl auf Leinwand


Frauen






2007 Frau mit umwickelten Kind, 63×45, Öl auf Leinwand


2016 Mädchen mit langem Tuch am Balkon, 78×55, Öl auf Leinwand








2007 Kniende am Strand, 120×80, Öl auf Leinwand







1989 Frau ein Strandlaken wickelnd, 105×150, Öl auf Leinwand





1974 Alte Dame im Schlafzimmer, 63×90, Öl auf Leinwand


Leben im Jahr 1945





1994 Kleinstadt mit Neubauten, 63×90, Öl auf Leinwand

2006 Soldat beim Abschied, 40×28, Öl auf Leinwand




2016 Der englische Soldat, 78×55, Öl auf Leinwand



2006 Mädchen im leeren Treppenhaus, 63×90, Öl auf Leinwand







2010 Schlafkammer mit Petroleumlampe, 20×30, Öl auf Zeichenkarton
Objekte








2014 Schiff auf einer Wasserwelle, 14x62x7, Karton, Zeitung


2

2015 Mädchen mit offenem Haar, 51x14x12, Karton

2015 Große Küche, 105x70x11, Karton, Bemalung



2014 Gebäude im Schnee, 50x45x12, Karton, Bemalung

Biografie
1940 geboren in Dramburg/Pommern, 1960 Abitur in Euskirchen/Eifel,1960-1966 Studium an den Akademien Karlsruhe und Hamburg,, 1965 Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes.
Einzel-Ausstellungen
1981 Galerie Kröner, Schloß Rimsingen im Breisgau ,1987 Kunstverein Freiburg, 2007 Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg: Radierungen, 2008 Morat-Institut: Malerei, 2010 Galerie Post, Freiburg: Bildreliefs und Reliefbilder, 2012 Aufnahme in den Künstlerbund Baden-Württemberg, 2015 Galerie Dr.Gudrun Selz, Freiburg, 2015 Kunstverein Freiburg (mit vier Kollegen „…das soll Kunst sein“), 2020 Städtische Galerie Wehr, 2020 Galerie T66 des Bundes Bildender Künstler Baden-Württemberg (BBK), 2020 Galerie Dr.Gudrun Selz, Freiburg, 2022 Galerie Dr. Gudrun Selz, Freiburg, 2023 Museum für Neue Kunst Freiburg, Kurzausstellung in der Reihe „…bis die Bude brummt“, 2023 Euo-Galerie, Leipzig
Literatur: Künstlerlexikon Thieme-Becker 2008
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Impressum
Dies ist die offizielle Homepage von Jürgen Giersch
Günterstalstr.75, 79100 Freiburg
juergengiersch@arcor.de
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